Jedes Argument mit konkreter Zahl plus Quellenangabe, fertig zum Zitieren im Gespräch oder per E-Mail an deinen Chef.
Argument 1
Der Markt-Median für meine Region
Der BA Entgeltatlas weist für Physiotherapeut:innen mit Spezialist-Eingruppierung (KldB 81713) 2026 einen bundesweiten Brutto-Vollzeit-Median von 3.248 €/Monat aus. Schau dir deine regionalen Werte in der Bundesländer-Übersicht an und vergleiche mit deinem aktuellen Gehalt. Liegst du unter dem regionalen Median, ist das dein wichtigstes Argument.
Argument 2
Vakanzzeit und Fachkräftemangel
Die BA Engpassanalyse 2026 zeigt: Eine Physiotherapie-Stelle bleibt im gleitenden Jahresdurchschnitt rund 265 Tage unbesetzt, 68,7 % länger als 3 Monate. Dein Chef weiß: Eine Nach-Besetzung deiner Stelle würde Monate dauern und in der Zwischenzeit Umsatz kosten. Das gibt dir Verhandlungsmacht.
Argument 3
TVöD-VKA als Tarif-Anker
Wenn du in einer nicht-tariflichen Praxis arbeitest, ist die TVöD-VKA-Tabelle dein Vergleichswert. E7 Stufe 3 (3 Berufsjahre) liegt 2026 bei 3.682,69 € Brutto/Monat, E8 Stufe 3 mit MT-Qualifikation bei 3.843,36 €. Plus Jahressonderzahlung und Zulagen. Wer im Privatsektor unter Tarif arbeitet, hat einen messbaren Lohn-Nachteil.
Argument 4
Meine Zusatzqualifikationen als Skill-Anker
Wenn du Manuelle Therapie, Bobath, Lymphdrainage oder PNF mitbringst, gehörst du zu einer Teilmenge des Bewerber-Markts. Manuelle Therapie wird in 24,1 % aller BA-Stellenanzeigen verlangt, MLD in 34,6 %, Bobath in 10,9 %. Ohne diese Spezialisierung bist du für 65 bis 76 % der Stellen mit diesen Anforderungen nicht qualifiziert. Wer beides mitbringt, hat entsprechend stärkere Verhandlungsposition.
Argument 5
Konkrete Mehrwert-Belege aus den letzten 12 Monaten
Notiere deine drei größten Beiträge: Patientenzahl-Steigerung gegenüber dem Vorjahr, Mehrarbeit bei Verwaltungs- oder Praxisleitungs-Aufgaben, neue Patient:innen durch deine Empfehlungen, übernommene Fortbildungen. Diese Argumente sind spezifisch und damit kaum zu entkräften.
Argument 6
Alternativen, falls Nein zur reinen Lohnerhöhung kommt
Drei nicht-monetäre Optionen, die oft genauso viel wert sind: mehr Urlaubstage (1 Tag entspricht ca. 0,4 % Lohn), Reduzierung der Wochenstunden bei gleichem Gehalt, oder Fortbildungskosten-Übernahme inkl. bezahlter Lehrgangszeit (2.500 bis 4.500 € Wert). Habe diese Optionen vorbereitet, falls die direkte Lohnerhöhung scheitert.
Argument 7
Die Wechseloption (ohne sie aufzudrängen)
Du musst sie nicht erwähnen, dein Chef weiß sie ohnehin: Bei einer Vakanzzeit von 265 Tagen und einem Fachkräfteindex über 5 in vielen Bundesländern, hast du als Bewerber:in jederzeit gute Wechsel-Alternativen. Ein souveräner Gesprächsstil transportiert das implizit. Wenn der Arbeitgeber auf stur schaltet und nichts anbietet, ist der Wechsel realistisch.